Von der Olympiade ins Studium
Donnerstag, 29. Juli 2010
In seiner Freizeit engagiert sich der angehende Physikstudent Samuel Büchel im Schachclub Rheintal und versinkt in vollkommener Konzentration. (Foto: MvdL)
Rüthi. – Bis zum vergangenen Monat war Samuel Büchel Schüler der Kantonsschule Heerbrugg. Dort schlossen er und Giuseppe Capobianco aus Buchs die gemeinsame Schulzeit mit der Matura ab.
Die beiden jungen Männer verbindet über den Abschluss hinaus ein ausgeprägtes Interesse an Naturwissenschaften. So lag es nahe, dass sich die beiden Schüler im Herbst 2009 von ihrem Physiklehrer Benedikt Götz motivieren liessen, sich für die internationale Physik-Olympiade in Kroatien anzumelden.
Mit Lego fing es an
Samuel Büchel lebt mit seiner Familie in Rüthi. Bereits in seiner Kindheit begann der begeisterte Schachspieler, sich mit Technik zu beschäftigten und vertiefte sich in sämtliche Lego-Baukästen bis hin zu Lego-Mindstorms, Bausätze, die sich am Computer programmieren lassen. Dies wählte er dann auch zum Thema seiner Maturarbeit.
Bevor die beiden Kantonsschüler nach Zagreb an die Physik-Olympiade reisen durften, mussten sie zunächst einige Hürden überwinden. Im Januar massen sie sich mit etwa 60 weiteren Mittelschülerinnen und Mittelschülern in Zürich in einer ersten Vorentscheidung.
Dort qualifizierten sie sich zur zweiten Runde, die Ende März in Aarau ausgetragen wurde. Unter 23 Teilnehmenden aus der gesamten Schweiz qualifizierten sie sich an den zweitägigen Prüfungen für den Final in Kroatien.
Um einen Eindruck über die dort erbrachte Leistung vermitteln zu können, berichtet Büchel über die zu lösenden Aufgaben. In einem theoretischen Teil galt es, die Beschleunigung eines Gefährtes in einer Luftkissenbahn zu berechnen. Als Anmerkung erläutert der angehende Student, dass in einer solchen Bahn die Reibung stark reduziert ist. Diese Berechnung gelang ihm ebenso, wie die Lösung der praktischen Aufgabe. In einem praktischen Experiment untersuchte Büchel die Polarisation von Laserlicht in einer Zuckerlösung. Dabei haben die Konzentration der Lösung und die Strecke des Lichtes Auswirkungen auf das Ergebnis, führte Büchel einleuchtend aus.
Eine besondere Herausforderung
Die Herausforderung, die Samuel Büchel in Zagrab erwartete, war dann um einiges grösser. In zwei jeweils fünfstündigen Prüfungen musste er sein physikalisches Verständnis und Wissen unter Beweis stellen. Als Beispiel für die Theorie berichtet er über folgende Aufgabenstellung: Es ist die Minimalhöhe für einen Industrieschornstein zu berechnen, die innerhalb eines Verbrennungsprozesses nötig ist, damit sämtliche Abgase in die Atmosphäre geleitet werden.
Beim experimentellen Part war der Olympia-Teilnehmer erst einmal über das Material verwundert, das ihm zur Verfügung gestellt wurde. Eine Waage, ein Schraubstock, ein Plexiglaszylinder und drei Kunstofffolien – was sollte dahinterstecken? Die Folie sollte er in der Weise in den Schraubstock einspannen, dass sie sich zu einer Feder formt. Dann galt es, die entstehende Kraft zu ermitteln. Diese wurde in Form von Gewicht auf der Waage angezeigt. Die Durchführung dieses Experimentes gelang Samuel Büchel. Jedoch unterliefen ihm bei den grafischen Darstellungen Fehler.
Eine besondere Erfahrung
Zu einer Auszeichnung reichten seine Leistungen zwar nicht, aber die Erfahrungen, die er mit seinem Kollegen Giuseppe Capobianco machen durfte, möchte er um keinen Preis missen. Er kam in Zagreb mit gleichgesinnten jungen Menschen aus rund 90 Nationen zusammen. Da gab es einen regen Austausch über die Herkunftsländer, berufliche Ambitionen und auch persönliche Kontakte. So wie bei anderen Teilnehmern Schweizer Schokolade hoch im Kurs stand, beeindruckte den Rüthner das Land Tajikistan. Auch erlebten die jungen Menschen die Schönheiten des Reiselandes Kroatien.
Auf die Frage hin, was Samuel Büchel von der Olympiade mit in sein im September beginnendes Physikstudium an der ETH Zürich nehmen wird, nennt er die einmaligen Erinnerungen und Kontakte aus aller Welt. Wenn er ans Studium denkt, freut sich Büchel bereits heute auf das zweite Jahr. Denn zunächst wird er sich fast ausschliesslich mit Mathematik auseinandersetzen müssen. Details aus der Physik folgen dann erst. Und die Durchfallquote nach dem ersten Jahr liegt bei 40 bis 50 Prozent. Seinen Berufswunsch wird er zielstrebig verfolgen, nämlich in die Grundlagenforschung einzusteigen. Die Ausrichtung behält er sich noch offen. Da sei alles möglich – vom Kleinsten bis zum Universum, von der Quantenphysik über die Laserphysik bishin zur Astrophysik.
Zum Abschluss des Rückblicks auf die Physik-Olympiade möchte Samuel Büchel Mittelschülern Mut machen, sich im Herbst für die 42. Auflage anzumelden. Seine Teilnahme war nur deshalb möglich, da er vielfältige Unterstützung erhalten hat, durch seinen Physiklehrer Benedikt Götz und dem Verband, der die schweizerische Teilnahme organisiert habe. Die Erfahrungen, die er hat machen können waren so wertvoll, dass er sie auch anderen gönnt.
Die beiden jungen Männer verbindet über den Abschluss hinaus ein ausgeprägtes Interesse an Naturwissenschaften. So lag es nahe, dass sich die beiden Schüler im Herbst 2009 von ihrem Physiklehrer Benedikt Götz motivieren liessen, sich für die internationale Physik-Olympiade in Kroatien anzumelden.
Mit Lego fing es an
Samuel Büchel lebt mit seiner Familie in Rüthi. Bereits in seiner Kindheit begann der begeisterte Schachspieler, sich mit Technik zu beschäftigten und vertiefte sich in sämtliche Lego-Baukästen bis hin zu Lego-Mindstorms, Bausätze, die sich am Computer programmieren lassen. Dies wählte er dann auch zum Thema seiner Maturarbeit.
Bevor die beiden Kantonsschüler nach Zagreb an die Physik-Olympiade reisen durften, mussten sie zunächst einige Hürden überwinden. Im Januar massen sie sich mit etwa 60 weiteren Mittelschülerinnen und Mittelschülern in Zürich in einer ersten Vorentscheidung.
Dort qualifizierten sie sich zur zweiten Runde, die Ende März in Aarau ausgetragen wurde. Unter 23 Teilnehmenden aus der gesamten Schweiz qualifizierten sie sich an den zweitägigen Prüfungen für den Final in Kroatien.
Um einen Eindruck über die dort erbrachte Leistung vermitteln zu können, berichtet Büchel über die zu lösenden Aufgaben. In einem theoretischen Teil galt es, die Beschleunigung eines Gefährtes in einer Luftkissenbahn zu berechnen. Als Anmerkung erläutert der angehende Student, dass in einer solchen Bahn die Reibung stark reduziert ist. Diese Berechnung gelang ihm ebenso, wie die Lösung der praktischen Aufgabe. In einem praktischen Experiment untersuchte Büchel die Polarisation von Laserlicht in einer Zuckerlösung. Dabei haben die Konzentration der Lösung und die Strecke des Lichtes Auswirkungen auf das Ergebnis, führte Büchel einleuchtend aus.
Eine besondere Herausforderung
Die Herausforderung, die Samuel Büchel in Zagrab erwartete, war dann um einiges grösser. In zwei jeweils fünfstündigen Prüfungen musste er sein physikalisches Verständnis und Wissen unter Beweis stellen. Als Beispiel für die Theorie berichtet er über folgende Aufgabenstellung: Es ist die Minimalhöhe für einen Industrieschornstein zu berechnen, die innerhalb eines Verbrennungsprozesses nötig ist, damit sämtliche Abgase in die Atmosphäre geleitet werden.
Beim experimentellen Part war der Olympia-Teilnehmer erst einmal über das Material verwundert, das ihm zur Verfügung gestellt wurde. Eine Waage, ein Schraubstock, ein Plexiglaszylinder und drei Kunstofffolien – was sollte dahinterstecken? Die Folie sollte er in der Weise in den Schraubstock einspannen, dass sie sich zu einer Feder formt. Dann galt es, die entstehende Kraft zu ermitteln. Diese wurde in Form von Gewicht auf der Waage angezeigt. Die Durchführung dieses Experimentes gelang Samuel Büchel. Jedoch unterliefen ihm bei den grafischen Darstellungen Fehler.
Eine besondere Erfahrung
Zu einer Auszeichnung reichten seine Leistungen zwar nicht, aber die Erfahrungen, die er mit seinem Kollegen Giuseppe Capobianco machen durfte, möchte er um keinen Preis missen. Er kam in Zagreb mit gleichgesinnten jungen Menschen aus rund 90 Nationen zusammen. Da gab es einen regen Austausch über die Herkunftsländer, berufliche Ambitionen und auch persönliche Kontakte. So wie bei anderen Teilnehmern Schweizer Schokolade hoch im Kurs stand, beeindruckte den Rüthner das Land Tajikistan. Auch erlebten die jungen Menschen die Schönheiten des Reiselandes Kroatien.
Auf die Frage hin, was Samuel Büchel von der Olympiade mit in sein im September beginnendes Physikstudium an der ETH Zürich nehmen wird, nennt er die einmaligen Erinnerungen und Kontakte aus aller Welt. Wenn er ans Studium denkt, freut sich Büchel bereits heute auf das zweite Jahr. Denn zunächst wird er sich fast ausschliesslich mit Mathematik auseinandersetzen müssen. Details aus der Physik folgen dann erst. Und die Durchfallquote nach dem ersten Jahr liegt bei 40 bis 50 Prozent. Seinen Berufswunsch wird er zielstrebig verfolgen, nämlich in die Grundlagenforschung einzusteigen. Die Ausrichtung behält er sich noch offen. Da sei alles möglich – vom Kleinsten bis zum Universum, von der Quantenphysik über die Laserphysik bishin zur Astrophysik.
Zum Abschluss des Rückblicks auf die Physik-Olympiade möchte Samuel Büchel Mittelschülern Mut machen, sich im Herbst für die 42. Auflage anzumelden. Seine Teilnahme war nur deshalb möglich, da er vielfältige Unterstützung erhalten hat, durch seinen Physiklehrer Benedikt Götz und dem Verband, der die schweizerische Teilnahme organisiert habe. Die Erfahrungen, die er hat machen können waren so wertvoll, dass er sie auch anderen gönnt.









