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Unteres Rheintal
Heerbrugg

Besuch vom Grossmeister aus Taiwan 

 Wing-Chun-Kung-Fu-Schule 

15.05.2009  Milena Caderas

Lo Man Kam verlant beim Training absolute Konzentration.

Weltweit hat Sifu Lo Man Kam über 2000 Schülerinnen und Schüler. Er betreut an die 50 Schulen, wovon sich drei in der Schweiz befinden. Nach knapp zehn Jahren ist Lo Man Kam wieder im Rheintal bei seinem Schüler Johnny Eisenreich zu Besuch. Mit dem persönlichen Besuch bei Schulmeistern und Instruktoren will Lo Man Kam die Qualität der Ausbildung seiner Schüler in der direkten Linie garantieren.

Aushängeschild Bruce Lee
Zu den prominenten Schülern seines Onkels gehörte der Weltstar Bruce Lee. Obwohl Lo Man Kam klar zwischen Cinematographie, Special effects und dem Kampfsport als solchem unterscheidet. Wer sich zum Beispiel auf der Leinwand gut macht, muss nicht unbedingt zu den besten Sportlern gehören. Wing Chun ist eine der zahlreichen Kung-Fu-Arten. Die Motivation ist Selbstverteidigung. «Im Wing Chun geht es um Gleichzeitigkeit», erklärt Schulleiter Johnny Eisenreich. Wenn zum Beispiel jemand angreift, kann man abwehren und gleichzeitig reagieren. Wer schneller realisiert, was das Gegenüber vorhat, und entsprechend handelt, verschafft sich Vorteile. Teil des Sports sind auch Messer. «In meiner ganzen aktiven Zeit habe ich noch nie einen Unfall mit einer Waffe erlebt», besänftigt Eisenreich. Er führt dies auf die Konzentration und die Körperbeherrschung der Athleten zurück. Im Moment trainieren rund 40 Schüler in Eisenreichs Wing-Chung-Schule in Heerbrugg. Grossmeister Lo Man Kam gilt als bester Wing-Chun-Kämpfer, auch wenn es kein internationales Ranking gibt. In einer ersten Phase wird auch ohne Waffen oder mit einem Holzmesser trainiert. Sifu Lo Man Kam ist offizieller Ausbildner der Nahkämpfer der Spezialtruppen der taiwanesischen Armee und Polizei.

Noch lange kein Ende
Nach seinem dreitägigen Aufenthalt in Heerbrugg wird der Grossmeister nach Wädenswil und dann nach Berlin weiterreisen. Ob West oder Ost sei ihm egal, erklärt Lo Man Kam. Ihm gehe es darum, dass jemand schnell und konzentriert lerne. Dabei macht er keinen Unterschied zwischen Nationalität, Alter oder Geschlecht. Für Eisenreich liegt das Mindestalter für Anfänger bei zirka 14 Jahren. Früher sei für die Kinder die Körperbeherrschung, welche im Wing Chun abverlangt wird, zu viel verlangt gewesen. «Von meinen Schülern erwarte ich auch immer eine Sechs. Eine Vier ist nicht genug», fasst Eisenreich seine Philosophie zusammen.

Lo Man Kam ist heute 75 Jahre alt. Wing Chun kennt kein Alterslimit. Das Alter stellt – nicht wie in anderen Sportarten – kein Hindernis dar. «Lo Man Kam besiegt mich heute noch», erklärt Eisenreich.


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